Praxis für Psychologische Psychotherapie

Überblick & Leistungsangebot

Die Praxis für Psychologische Psychotherapie im MVZ Koblenz® wird von Dr. Frank Kaspers geleitet und bietet das anerkannte Richtlinienverfahren der Verhaltenstherapie an.


Beispiele für psychische Erkrankungen, die hier behandelt werden können sind:

  • Affektive Erkrankungen (z. B. Burn-Out-Symptomatik, Depression)
  • Angsterkrankungen (z. B. Zwangsstörungen, generelle Ängstlichkeit, spezifische Phobien)
  • Psychotraumatologische Störungen (z. B. Posttraumatische Belastungsstörung)
  • Somatoforme Störungen


Die Praxis für Psychologische Psychotherapie kann dabei auf weiteren Leistungen des MVZ Koblenz® zurückgreifen oder zusammen mit Ärzten, falls erforderlich, eine Rehabilitation (Therapie-Zentrum Koblenz®) beantragen.



Neben dem Verhaltenstherapeutischen Angebot bietet diese Praxis ebenfalls die ambulante Neuropsychologie an mehr erfahren

Psychotherapie

Definition

Psychotherapie...

  • hat den Zweck, psychische Erkrankungen zu lindern und zu heilen.
  • ist eine wissenschaftlich überprüfte Behandlungsmethode, die nachweislich wirksam ist.
  • sollte nur von Psychotherapeuten durchgeführt werden, die eine staatlich geregelte Ausbildung absolviert haben und damit über eine Approbation verfügen ("Psychologische Psychotherapeuten")
  • ist ein geplanter und kontrollierter Behandlungsprozess.
  • liegen eine Theorie normalen und kranken Verhaltens sowie lehrbare Techniken zugrunde.
  • setzt keine Medikamente ein.


Wirkung

Allgemein wirkt Psychotherapie mittels...

  • professionell strukturierten Gesprächen.
  • einer therapeutisch gestalteten Beziehung zwischen Psychotherapeut und Patient.
  • Aufbau von spezifischen Fähigkeiten und Wissen.
  • praktischen Übungen.

Verhaltenstherapie

Definition

Die Verhaltenstherapie (VT) gehört in Deutschland zu den beiden Richtlinienverfahren. Das heißt, dass ihre Wirksamkeit bei einem sehr breiten Spektrum von Störungen und Erkrankungen vielfach nachgewiesen ist und zudem von allen Kostenträgern übernommen werden (z. B. von Gesetzlichen Krankenversicherungen).


In der Fachliteratur wir häufig auch der Begriff „kognitive Verhaltenstherapie“, genutzt, was eine Weiterentwicklung ursprünglicher Verhaltenstherapie darstellt und heutiger Ausbildungs- wie Behandlungsstandard bei VT-Psychotherapeuten geworden ist. "Kognitiv" betont, dass neben dem äußerlich beobachtbaren Verhalten auch das innere Erleben (Kognitionen = Informationsverarbeitungsprozesse wie z. B. Wahrnehmung, Konzentration, Lernen & Gedächtnis) in der Therapie spezifisch berücksichtigt und behandelt werden (siehe kognitive Umstrukturierung).


Ein spezielles Einsatzgebiet für die Verhaltenstherapie ist die Verhaltensmedizin. Unter diesem Oberbegriff versteht man die Anwendung verhaltenstherapeutischer Methoden in der Behandlung körperlicher Erkrankungen oder physiologischer Funktionsstörungen. Ein Beispiel hierfür wäre die verbesserte Stressbewältigung beim chronischen Spannungskopfschmerz.


Ursachen

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen aufgrund folgender Faktoren unterschiedlich anfällig für psychische Erkrankungen sind (Vulnerabilität oder Disposition):

  • biologischer Faktoren (körperlicher Gesundheitszustand, Gene)
  • Lebenserfahrungen

Vor diesem Hintergrund können belastende Erfahrungen (z. B. Stress, Traumata) eine psychische Störung erstmals auslösen.


Viele Störungen klingen nach einer Zeit wieder ab, ohne dass eine professionelle Behandlung erforderlich ist. Ist dies nicht der Fall, liegen aufrechterhaltende Bedingungen vor, die eine Genesung verhindern. Beispiele dafür sind etwa das Vermeiden bestimmter Orte bei Angststörungen oder ungünstige Gedankengänge, die zu einer starken Einschränkung und zu einem starken Leidensdruck des Patienten im Alltag führen können.


So können folgende Faktoren den weiteren Verlauf der Erkrankung bestimmen:

  • das eigene Bewältigungsverhalten
  • Reaktionen der Umwelt auf die psychische Problematik
  • die Eigendynamik psychischer Erkrankungen

Behandlung

Symptomorientierung

Die Verhaltenstherapie arbeitet symptomorientiert, d. h. sie zielt darauf

  • die ursächlichen Mechanismen für den Leidensdruck aufzuspüren und 
  • darauf aufbauend die spezifischen Symptome (z. B. Herzrasen, Beklemmungsgefühl) gezielt zu behandeln.

Interventions-Techniken

Dabei nutzt die Verhaltenstherapie verschiedene Techniken.

Zentrale Methoden sind dabei:

  • die systematische Desensibilisierung 
  • die Expositionstherapie (auch "Konfrontationsverfahren", z. B. bei PTBS)
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation [PMR] nach Jacobson; Phantasie-Reisen; Atemtechniken)
  • die kognitive Umstrukturierung (insb. bei ungünstigen Denkmustern)

Behandlungsablauf

Die ersten Kontakte dienen zur Klärung, ob Psychotherapie erforderlich, hilfreich und zielführend ist. Ihr Therapeut erarbeitet mit dem Patienten zusammen ein Modell das erklärt, warum Sie seelisch erkrankt sind und die Erkrankung nicht von selbst wieder besser geworden ist.


Darüber hinaus werden gemeinsam mit dem Therapeuten konkrete Therapieziele erarbeitet: Was soll erreich werden? Was möchte der Patient konkret wieder tun können? Auf der Grundlage dieses Störungsmodells und der persönlichen Therapieziele leiten sich dann die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen ab.


Generelles Ziel der kognitiven Verhaltenstherapie ist es, hilfreiches Verhalten und Denken zu stärken und ungünstiges schrittweise abzubauen. Ein Verhaltenstherapeut wird den Patienten z. B. ermutigen, Alltagssituationen genauer zu betrachten, weil die Art und Weise, wie Sie andere sehen oder wie Sie sich in bestimmten Situationen verhalten, einen Einfluss auf Ihr Befinden hat. Dies kann dabei helfen

  • negative Gedanken und deren Einfluss auf Gefühle und Verhalten zu erkennen
  • im Alltag hilfreiche Gedanken zu entwickeln
  • neue Verhaltensweisen auszuprobieren


Verhaltenstherapie heißt in vielen Fällen auch, gemeinsam mit dem Psychotherapeuten Situationen außerhalb der Praxis aufzusuchen, die Angst machen. Fast immer geht es darum, dass der Patient ein neues, günstigeres Verhalten ausprobiert, dass dieser eine neue Lernerfahrungen macht und diese auch praktisch in Ihrem Alltag umsetzen kann. Dazu dienen so genannte "Therapieaufgaben" oder "Hausaufgaben". Diese bauen direkt auf Inhalten aus der therapeutischen Sitzung. Durch häufiges und stetiges Umsetzen der Übungen können Patienten selbst viel dazu beitragen, dass es ihnen zügig und dauerhaft wieder besser geht.


Ressourcen und Kontextfaktoren

In der Praxis für Psychotherapie des MVZ Koblenz® wird weiterhin in besonderer Weise ein besonderer Fokus auf vorhandene Ressourcen und Kontextfaktoren bei der Behandlung von Erkrankungen gelegt.


Der Ansatz basiert darauf, dass bestimmte Faktoren Menschen auch vor psychischen Krankheiten schützen können bzw. elementar für eine erfolgreiche Therapie und Genesung sein können, zum Beispiel:

  • eine vertrauensvolle, stabile Beziehungen (Partner, Familie, Bezugsperson)
  • die Fähigkeit, sich selbst und andere genau wahrzunehmen
  • der Sinn, den sie in Ihrem Leben und in Ihren Aufgaben sehen


Unter Einbezug und Förderung dieser individuellen Ressourcen und Kontextfaktoren werden individuelle Coping-Strategien (Ausgleichs-/Kompensations-Strategien) entwickelt.