Therapie chronischer Schmerzen – eine Zeitbombe

Therapie chronischer Schmerzen – eine Zeitbombe

Chronische Schmerzen sind häufig. Die Deutsche Schmerzgesellschaft schätzt, dass etwa 7 % der Gesamtkosten des Gesundheitswesens für chronische Schmerzen anfallen. Das sind geschätzt etwa 26 Milliarden € pro Jahr. So exzellent im Rahmen der DGUV die Unfallchirurgie organisiert ist und auch betrieben wird, so besteht Unfallmedizin aus mehr als nur Unfallchirurgie. Neurologie, Psychiatrie, chronische Schmerzen, Chronifizierung sind wichtige Probleme, die ebenfalls abgedeckt werden müssen. In der Begutachtung nimmt die Zuständigkeit des Kostenträgers (Kausalität) eine wichtige Rolle ein. Gesamtgesellschaftlich ist dies nebensächlich, die Kosten jedes einzelnen, der aus dem Erwerbsleben ausscheidet, sei es mit oder ohne Rente, sind immens. Bei der Diskussion um das Rentensystem wird die Frage, warum so viele Menschen krankheitsbedingt vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden, große Bedeutung bekommen. Nicht nur die Zuständigkeit des Kostenträgers, sondern die erfolgreiche Wiedereingliederung werden in den Mittelpunkt der Diskussion rücken.


Seit 2009 regelt die S3-Leitlinie LONTS (Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen) den Einsatz von Opioiden, der in der Regel auf maximal 3 Monate zu begrenzen ist und deren Verordnung in jedem Falle aufklärungspflichtig ist.


Gegen eine längere Anwendung dieser Substanzen sprechen: erforderliche Dosiserhöhung wegen der Toleranzentwicklung (in den USA als Opioidkrise bekannt), erhebliche psychische Nebenwirkungen mit Beeinträchtigung der seelisch-geistigen Leistungsfähigkeit (Fahrtauglichkeit) sowie häufige körperliche Abhängigkeit.

Eine Behandlung chronischer Schmerzen ohne Betäubung ist in den Leitlinien ausführlich beschrieben und erweist sich als außerordentlich erfolgreich.


Grundlegend ist die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Schmerzen: Hier der Wunsch, vor Schmerzen verschont zu bleiben oder befreit zu werden, weswegen sogar eine Narkose in Kauf genommen wird. Dort der Wunsch, wieder in ein normales selbstbestimmtes Leben zurückkehren zu können, natürlich mit erträglichen Schmerzen. Dementsprechend sind auch die Behandlungsmethoden völlig unterschiedlich.


In unserer Fortbildung am 13. Oktober 2021 werden die unterschiedlichen Aspekte dieses Themas von kompetenten Referenten dargestellt und diskutiert. Hierzu laden wir Sie herzlich ein. Insbesondere möchten wir Ihnen Hintergrundwissen als Entscheidungshilfen für Ihre tägliche Arbeit vermitteln.

Wir freuen uns, Sie in Koblenz begrüßen zu dürfen.


Agenda

10.00   Begrüßung, Einführung in das Thema, leitliniengerechte Therapie chronischer Schmerzen

            B. Kügelgen

10.30   Aufklärungspflicht bei starken Schmerzmitteln, Bedeutung für den Rehaplan, Verantwortung des Rehaträgers
            W. Tappert

11.00   Management von Schmerzpatienten – wo ist eigentlich das Problem?
            U. Haak

11.30   Management von Schmerzpatienten – Sicht eines Rehamanagers
            B. Janßen

12.00   Das Kooperationsmodell „posttraumatische Chronifizierung“ und die Erfahrung mit chronischen Schmerzpatienten 
            J. Zervas

12.30   Diskussion 

13.00   Ende der Veranstaltung


Referenten

Ullrich Haak 
Stv. Geschäftsbereichsleiter, Rehabilitation und Leistungen, GUVH | LUKN


Benjamin Janßen 
Rehamanager, GUVH | LUKN


Dr. med. Bernhard Kügelgen

Leitender Arzt des Therapiezentrum Koblenz, Ärztlicher Direktor des MVZ Koblenz


Dr. jur. Willi Tappert  
Vorsitzender Richter a. D. am Landessozialgericht Rheinland-Pfalz


Jörg Zervas 
Abteilungsleiter „Rehabilitation und Entschädigung“, Unfallkasse Rheinland-Pfalz


Veranstaltungspartner

Veranstaltungsdetails

Tagungsthema:  Therapie chronischer Schmerzen – eine Zeitbombe
Termin:              Mittwoch, 13.10.2021, 10:00-13:00 Uhr

Ort:                    Therapiezentrum Koblenz, Neversstr. 7-11, 56068 Koblenz

Teilnahme:         Die Teilnahme ist für Mitarbeiter der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen kostenlos.
                           Eine Anmeldung bis zum 29.09.2021 ist erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


Die Veranstaltung findet in unserem Gymnastiksaal statt. Die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln kann gewährleistet werden. Bitte beachten Sie die zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Corona-Regeln.


Anmeldung

Anmeldung per E-Mail


  • oder telefonisch unter 0261 3033041 
  • oder per Fax an 0261 3033033 mit Anmeldeformular >>