Morbus Parkinson

Überblick

Definition & Ursachen

Morbus Parkinson ist eine neurologische Erkrankung mit langsamen Krankheitsverlauf.

Sie zählt zu den degenerativen Erkrankungen des Nervensystems, wobei eine spezielle Nervenzellenregion (Substantia Nigra) abstirbt, die den Botenstoff Dopamin herstellen. Der Mangel an Dopamin führt zu einer verminderten motorischen Aktivierung, die sich in verschiedenen Hauptsymptomen wiederspiegeln.


Neben dem Dopaminmangel werden in der Literatur weitere Ursachen für den Ausbruch des Parkinson-Syndroms diskutiert.

  • Dopaminmangel (funktionell)
  • Genmutation (Lewy-Körper, zelluläre Dysfunktion)
  • externe Ursachen (ausgelöst durch bestimmte Chemikalien, insb. bestimmte Reinigungsmittel und Pestizide/Herbizide)

Illustration des Morbus Parkinson. Gowers, W. R. (1886), A Manual of Diseases of the Nervous System.

Symptome

Hauptsymptome:

  • Muskelzittern (Tremor)
  • Muskelstarre (Rigor)
  • verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) bis
    Bewegungslosigkeit (Akinese)
  • Haltungsinstabilität (posturale Instabilität)


Neben den Hauptsymptomen zeigen sich mehrere Begleitsymptome wie

  • vegetative Störungen (erhöhter Blutdruck, Kreislaufstörung, Blasenfunktionsstörung/ Harndrang, sexuelle Dysfunktionen, Störungen des Temperaturregulation/fieberartige Zustände, Verdauungsstörungen)
  • sensible Störungen (Gelenk-/Muskelschmerz, verminderter Geruchssinn)
  • psychische Veränderungen (Affekt: Verstimmung, Antriebslosigkeit; Informationsverarbeitung: Verlangsamung, Störung der Einschätzung von Geschwindigkeiten/Entfernungen)
  • Schlafstörungen

In Folge von Kreislaufstörungen und der eingeschränkten motorischen Fähigkeit kann es zur erhöhten Sturzgefahr führen.

Diagnostik

Erste Kennzeichen der Erkrankung fallen leider häufig erst auf, wenn bereits ein großer Teil (>50%) der dopaminergen Zellen abgestorben ist.


Bei Verdacht auf Morbus Parkinson ist ein Facharzt für Neurologie aufzusuchen, der durch Anamnese, Gespräch und Untersuchungen erste Anzeichen erkennen und weitere Maßnahmen veranlassen kann. Hierbei stellt der L-Dopa-Test ein zentrales Diagnoseinstrument zur frühzeitigen Erkennung und Einschätzung des Schweregrades des Morbus Parkinson dar.


L-Dopa-Test

      1. Anhand eines standardisierten Tests wird die motorische Leistung des Patienten erfasst.
      2. Anschließend erhält der Patient ein Präparat (L-Dopa und Decarboxylasehemmer).
      3. Danach wird der Test wiederholt durchgeführt und überprüft, ob sich eine signifikante Verbesserung der Symptomatik beobachten lässt.

Behandlung

Behandlung - Überblick

In der Literatur und im klinischen Alltag werden verschiedene Therapieformen angeboten:

  • Medikamentöse Behandlung
    • L-Dopa (Vorstufe des Dopamins, das beim Patienten vermindert produziert wird)
    • Dopaminagonisten (dopaminähnliche Wirkung)
    • MAO-B-Hemmer (verlangsamen den Abbau von Dopamin im Gehirn)
  • Tiefe Hirnstimulation
    Hierbei wir ein "Hirnschrittmachers", der elektrische Impulse erzeugt, im Gehirn implantiert, wobei auf zahlreiche operative Risiken mit der stereotaktischen Hirnoperation bedacht werden müssen.
  • Komplementäre Behandlungsformen
    Zielt darauf, die Mobilität und Motorik des Patienten zu verbessern und Aufbauprozesse möglichst lange hinauszuzögern.


Beurteilung: Medikamente werden nun seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt, wobei zahlreiche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Präparate zu bedenken sind (z. B. starke Übelkeit bei Erstgabe von L-Dopa). Weitere Behandlungsformen wie z. B. die Stammzellen-implantation werden derzeit erforscht, wobei jedoch bislang noch keine für die klinische Praxis gesicherten Ergebnisse aufweisbar sind. Zudem ist die Forschung mit Stammzellen (fetales Hirngewebe) in Deutschland umstritten bzw. stark eingeschränkt.

Therapie in unseren Einrichtungen

Bei der Behandlung des Morbus Parkinson legen wir unseren Schwerpunkt auf

  • die komplementäre Behandlung mit
    • Ergotherapie
    • Physiotherapie
    • Logopädie
    • Psychologie

  • eine medikamentösen Therapie


Die komplementäre Behandlungsform besteht aus physisch und mental aktivierender Therapie. Sie zielen darauf, die zunehmende Verminderung der Mobilität und Motorik des Patienten hinauszuzögern und durch anhaltendes Training Körper und Geist möglichst lang lebendig zu halten. Auch hier ist der Einbezug von Angehörigen für eine erfolgreiche Teilhabe im Alltag von großer Bedeutung. Medikamente können weiterhin helfen, die beschriebenen Symptome zu mildern. In Abhängigkeit von Schweregrad der Erkrankung, vorhandener Begleiterkrankungen sowie festgelegten Therapiezielen bieten wir die Therapien in ambulanter oder teilstationärer Form an.